Friedrich Hegel: Der Welterklärer

Vor 500 Jahren begann die Abkehr von einem metaphysischen Weltbild und die Hinwendung zum Menschen als letzten Referenzpunkt für Wahrheit. In der Denkfabrik, ein Angebot der Reformierten Kirche, wollen wir dieser Entwicklung auf den Grund gehen.
Während Immanuel Kant die metaphysischen Fragen nach dem Woher und Wohin der Welt in den Bereich blosser Spekulation verschiebt, tut sein jüngerer Kollege Hegel etwas Ungeheuerliches. Er erklärt die gesamte Wirklichkeit mit nur einer Formel: These – Antithese – Synthese. Obendrauf meint er, die Philosophiegeschichte sei damit abgeschlossen, die Realität entschlüsselt. Hegel ist Vertreter des Idealismus, der besagt, dass die Realität im Kern nicht aus Materie besteht, sondern aus Geist. Diese Position radikalisiert Hegel und behauptet, ein göttlicher Weltgeist bringt sowohl alles Materielle hervor als auch steckt er im menschlichen Bewusstsein. Hegel hat als erster Philosoph die Dimension des Werdens in seiner ganzen Tragweite erkannt. Alles schreitet voran, so auch die Wahrheit, die sich am Ende der Geschichte in absoluter Klarheit zeigen wird. Der Einfluss des letzten Metaphysikers auf Philosophie, Geschichtswissenschaft und Gesellschaftstheorie ist immens. Vor allem prägte er Karl Marx.
Referent ist Sozialdiakon Peter Jost. Der studierte Theologe hat sich viele Jahre mit dem Verhältnis von Kirche und westlicher Kultur wissenschaftlich auseinandergesetzt. Die Teilnahme an der Denkfabrik ist kostenfrei. Zur Vorbereitung bitten wir um Anmeldung bis Freitag, 26. April per E-Mail –
